Lebens-WERT

Auch wenn ich das Schreiben eigentlich als befristeten Selbstversuch gestartet habe, so ist es mir inzwischen zu einer lieben Gewohnheit geworden! Am Morgen wechsle ich vom Bett auf die Couch im Arbeitszimmer, mache mir einen Kaffee und lausche der Chill out Musik. Und für einen Moment ist alles gut. Inzwischen sind diese Rückbesinnung und das Sortieren meiner Gedanken für mich eine Art Meditation, aber auch Psychohygiene geworden. Unter Psychohygiene verstehe ich die „Reinigung“ der Seele. Dankbarkeit für Gelungenes, Innehalten und sehen, wo der Schuh drückt, sortieren, was verworren scheint. Dazu zählen Verhaltensweisen, die dem Stressmanagement dienen, vorausplanen, um nicht in zu viele Situationen zu kommen, auf die ich mich hätte vorbereiten können.

Es fühlt sich auch jedes Mal ein Stück nach Urlaub an – ganz egal, zu welchem Zeitpunkt am Tage ich die Zeit dafür reserviere. Das ist ein Stück „Leben“ und hat einen bestimmten Wert für mich. Das ist das Thema meines Blogs für heute. Lebens-WERT Was bestimmt den Wert Deines Lebens? Was ist es Wert, in Deinen Alltag integriert zu werden? Und wie fühlt es sich an, wenn Du denkst, Dein Leben sei nichts (mehr) WERT? Je nachdem, ob dein Hauptaugenmerk auf Materiellem oder Beziehungen liegt, gibt es darin Kriterien, die Deinen Lebenswert drastisch sinken lassen können. Was für den einen ein Kratzer im Lack seines Autos ist, bedeutet für den anderen eine zerrüttete Beziehung zu einem anderen Menschen. Der eigene Selbstwert spielt dabei eine große Rolle. Wie viel Wert misst Du Deinem Leben bei? Neben dem gegebenen Ablauf im Leben vom Säugling, zum Kleinkind, vom Schulkind zum Studenten und vom Arbeiter zum Senior gibt es Zeiten, wo wir uns „WERTIGER“ fühlen als zu anderen Zeiten. Und es finden sich auch in all diesen Stadien Elemente, die unseren Lebenswert bestimmen. Gerade die Coronazeit hat gezeigt, wie schwer es wiegt, wenn einerseits Wirtshaus- aber auch Krankenbesuche nicht mehr erlaubt sind. Wie groß die Schere aber auch Schwere ist, wenn Dinge nicht mehr als erlaubt gelten und wir uns eingeschränkt fühlen. Wenn wir unseren Wert an der Leistung bemessen und plötzlich mit einer schweren Krankheit im Krankenhaus liegen müssen und gar nichts mehr tun können. Wo ist dein Wert dann? Aus meiner persönlichen Geschichte weiß ich, wenn wir uns nicht wert fühlen, ziehen wir auch immer wieder Menschen an, die uns genauso nicht für wert erachten. Besonders meine Zeit als Praktikantin im Frauenhaus hat mir das deutlich vor Augen geführt. Meistens ist es eine langjährige Geschichte, die ihren Ursprung in der Kindheit hat, wo der Wert dem Kind entweder nicht zugesprochen wurde, oder zumindest durch Wort und Tat zerstört wurde. Diese Wunden zu heilen, ist langwierig und erfordert Mut, sich der eigenen Geschichte zu stellen und helfen zu lassen. Die Problematik dabei ist, dass verletzte, entwürdigte Menschen wieder verletzen und entwürdigen Oft werden später Ersatzhandlungen zur Kompensation gesucht, der innere Wert bleibt jedoch klein.

Viktor Frankl hat Nietzsches Zitat „Wer ein warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie“ aufgegriffen und Teil seiner Logotherapie gemacht. Wenn ich weiß, warum ich manches durchleben muss, dann ertrage ich es, auch wenn es schwierig ist. Ein Beispiel, das mir sofort einfällt, ist die Geburt. Oder eine Ausbildung, in die man viel Zeit und Lernen investiert. Oder ein sportliches Ziel. In solchen Fällen hören wir nicht einfach auf, nur weil es anstrengend ist. Ich denke einen Schritt weiter, was ist mein Warum? Wo ist es wert, durchzuhalten?

Stehst Du in der Gefahr, dass Deinen Wert jemand von außen bestimmt? Und falls, warum? Hattest Du eine Mutter oder einen Vater, die dich ähnlich behandelt haben und denen Du immer etwas beweisen musstest? Oder hattest Du Schwierigkeiten in der Schule, wurdest herabgewürdigt oder gehänselt?

Wenn Du Dich vielleicht noch nicht so wertvoll erachtest, dann wird es Zeit, mal auf die Suche zu gehen! Was macht Dich besonders? Wo stellst Du einen Wert für einen anderen Menschen dar, einfach, weil Du da bist? Was kannst Du besonders gut? Wenn Du Dir dabei schwertust, das für Dich selbst zu beantworten, dann frag eine Freundin oder einen Freund. Ich bin der Überzeugung, dass jeder Mensch etwas Einzigartiges in sich trägt, etwas WERT-volles, womit er die Welt schöner und besser machen kann. Natürlich bedingt das eine Entscheidung. Viele Menschen, die verletzt und seelisch zerstört wurden, und sich dieser Wahrheit nicht stellen, geben die schlechten Dinge, wie Gemeinheiten, Neid, Intrigen und Kontrolle an andere weiter und alle leiden darunter! Ich finde es schade, dass die guten Anteile, die zweifelsohne jeder Mensch – ob verletzt oder nicht – hat, bei vielen nicht gefördert werden. Letztendlich hat jeder zu jeder Zeit die Wahl, ob er die Dinge gleich weiterführen möchte oder verändern möchte.

Was hat sich bei mir verändert? Ich bin es mir wert, auch wenn im Trubel des Alltags manches durcheinander gerät, mir die Zeit für meine Gedanken und einen Moment Ruhe zu nehmen, weil ich weiß, dass, wenn es mir gut geht und ich aufgetankt bin, ich viel mehr Gutes an meine Mitmenschen weitergeben kann. Vor einigen Jahren war diese Erkenntnis bei mir nicht oder nur sehr zaghaft vorhanden. Meinen Lebenswert beziehe ich daraus, dass ich daran glaube, nicht zufällig auf dieser Erde zu sein, sondern ein Geschöpf des Himmels mit einem Ziel und Sinn, nämlich die Welt ein wenig schöner zu machen. Dieser Aufgabe möchte ich mich stellen. Und mein Wert ist zweifelsohne meine Familie, die mir Halt und Geborgenheit gibt. Sie ist mein geschützter Raum, in dem ich mich weiterentwickeln kann, weitere Aufgaben des Lebens ausfüllen und einfach leben darf. Ich lasse meinen Wert nicht mehr von außen bestimmen, weil ich gelernt habe zu mir zu stehen und mich weder verbiegen noch ent-WERT-en lasse. Ein weiterer Wert ist es, gut und genau abzugrenzen, wer in meiner Lebenswelt Platz hat.

Ich wünsche Dir, dass Du Dir Deines Wertes in dieser Welt bewusst bist oder wirst. Und dass Du Dein Leben lebenswert gestalten kannst. Träume größer und streck dich nach mehr aus, als Du es Dir bis jetzt erlaubt hast.




In diesem Sinne


Be a voice, not an echo!


Eure Katrin

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